Trailer:Tintenherz…, Kinostart: 11. December 2008
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Filminfomationen
Tintenherz
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Zwischen den Buchdeckeln
Es war nur eine Frage der Zeit, bis Cornelia Funkes bekanntester, erfolgreichster und bester Roman für die Leinwand entdeckt würde. „Herr der Diebe“, „Hände weg von Mississippi“ oder die Reihe der „Wilden Hühner“ waren erste Versuche, die primär auf das hiesige Publikum abzielten. Mit „Tintenherz“ konnte man nun alles eine Nummer größer machen, schließlich hatte es der Roman bis auf Platz 1 der New York Times-Bestsellerliste geschafft. Funke selbst stieg als Co-Produzenten mit ein, konnte Brendan Fraser, der ihr schon beim Schreiben des Romans als Vorbild für Mortimer „Zauberzunge“ diente, für die Hauptrolle durchsetzen und sich ein Mitspracherecht bei den dramaturgischen Veränderungen an der Handlung abtrotzen.
Dass es nun dennoch mehr als ein Jahr dauerte, bis der fertige Film in die Kinos kommt, ist wohl eher marktstrategischen Überlegungen und dem Scheitern einiger anderer Romanadaptionen aus dem fantastischen Bereich geschuldet als ein Qualitätskriterium. Dem Film gelingt es jedenfalls auf ähnlich kurzweilige Weise wie dem Roman, den Zauber der Fantasie zu beschwören und in das geheime Leben der Worte zu entführen.
Als die 12jährige Meggie (Eliza Hope Bennett) und ihr Vater Mo (Brendan Fraser) bei einem harmlosen Gang über einen Buchflohmarkt in den Alpen von einem zwielichtigen Narbengesicht (Paul Bettany) angegriffen und später entführt werden, sieht sich Mo gezwungen, seiner Tochter endlich vom rätselhaften Verschwinden ihrer Mutter zu erzählen. Mos Zauberzunge schafft es, beim Vorlesen Figuren aus Romanen in die Realität zu holen. An ihrer Stelle verschwinden jedoch auch reale Personen in der Welt zwischen den Buchdeckeln, so wie einst Meggies Mutter. Der Fremde, Staubfinger, möchte von Mo wieder „zurückgelesen“ werden in die Welt seines Romans, „Tintenherz“. Aber der ungleich gefährlichere Capricorn möchte Mos außergewöhnliche Fähigkeit ebenfalls nutzen – um seinen treuen Verbündeten, den abgrundtief bösen Schatten, in die reale Welt zu zaubern.
Um den anders gelagerten Anforderungen einer Filmproduktion gerecht zu werden, sind an der Handlung etliche Veränderungen vorgenommen worden, die sich jedoch als Verbesserungen erweisen, was den Erzählfluss anbelangt. Die Dramatik konnte somit gerafft und auf die knapp zwei Stunden Spielzeit eines Filmes verdichtet werden. Auch hat man sich einige gelungene visuelle Freiheiten genommen, so zum Beispiel bei der Gestaltung der Romanfiguren, die der Stotterer Darius herbeilesen musste. Das Ergebnis ist deswegen für Kenner der Buchvorlage ebenso überzeugend ausgefallen wie für Neulinge im Funke-Universum. Denn so bleibt der Geist der Vorlage gewahrt, um gleichzeitig eine tempo- und spannungsreiche Unterhaltung zu garantieren.
Frank Brenner, film.de Redaktion
- Film.de Bewertung:
- Kritik vom 08.12.2008
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