Trailer:Stilles Chaos …, Kinostart: 29. January 2009
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Filminfomationen
Stilles Chaos
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Zeiten der Trauer
Bei einem entspannten Ferientag am Meer retten Pietro (Nanni Moretti) und sein Bruder Carlo (Alessandro Gassman) zwei im Meer badenden jungen Frauen das Leben, die zu ertrinken drohten. Doch die Euphorie dieser guten Tat hält nicht lange vor: Denn als die beiden nach Hause kommen, finden sie dort Pietros Frau tot auf. Die kleine Claudia (Blu Yoshimi), Pietros Tochter, macht dem Vater böse Vorwürfe, wo er denn so lange gewesen sei. Getrieben von Schuldgefühlen, bringt Pietro Claudia künftig nicht nur mit dem Auto zu ihrer Grundschule, sondern verbringt den ganzen Schultag vor dem Gebäude, um seine Tochter danach wieder nach Hause zu fahren. Auf der Parkbank vor der Schule lernt Pietro im Laufe der Zeit immer mehr Anwohner kennen, die sich hier regelmäßig aufhalten, und bald schon verlagern sich auch die Geschäfte des TV-Managers mehr und mehr auf Treffen unter freiem Himmel oder im nahe geparkten Auto.
Antonio Luigi Grimaldis („Im Zeichen des Drachen“) Verfilmung des Romans von Sandro Veronesi ist eine stille Studie um Trauer, Verluste und die Kraft, sich seinem Schmerz zu stellen und daraus gestärkt hervorzugehen. Pietro ist anfänglich nicht in der Lage, um seine verstorbene Frau zu trauern, und fühlt sich deswegen dafür verantwortlich, dass auch die zehnjährige Claudia eine Ruhe ausstrahlt, die nur allzu offensichtlich ihre Angst und Trauer verbirgt.
Regisseur Grimaldi zeigt uns einen Mann in mittleren Jahren, der durch sein ungewöhnliches Verhalten seine Umwelt vor den Kopf stößt, aber auch auf zahlreiche Menschen trifft, die durch die Begegnungen mit ihm gestärkt hervorgehen. Besonders liebenswert sind dabei die Episoden mit einem Jungen mit Down-Syndrom, der täglich nur darauf wartet, dass Pietro ihn beim Vorbeigehen mit dem Piepen der Zentralverriegelung seines Autos begrüßt. Ein stark gespielter, von poetischer Lebensweisheit getragener und ruhiger Film.
Frank Brenner, film.de Redaktion
- Film.de Bewertung:
- Kritik vom 28.01.2009
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