Trailer:Eisenfresser…, Kinostart: 12. June 2008
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Filminfomationen
Eisenfresser
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Wo der Westen endet
PHP, der Name der Schiffswerft, auf der die Lahakhor, die Eisenfresser von Chittagong, ausgemusterte Tanker und Containerschiffe aus den Industrieländern zerlegen, steht für Peace, Happiness, Prosperity. In einer Einstellung des Films erklärt der Eigner, ein dicker Bengale mit weißem Turban, die größte Krankheit für den Menschen sei es, nicht gebraucht zu werden. Die Arbeiter, die auf dem Trümmerfeld der Werft Schiffswände an Stahlseilen durch knöcheltiefen Schlamm ziehen, werden gebraucht – aber ihr Verdienst reicht zum Überleben kaum hin, ihre Arbeitsbedingungen sind unmenschlich. Von PHP kann also keine Rede sein.
In seinem jüngsten, mehrfach ausgezeichneten Dokumentarfilm hat sich der bengalische Regisseur Shaheen Dill-Riaz einem Thema zugewandt, das hierzulande wenig bekannt ist. Kholilur, Enam, Anwarul, Babul, Sultan – diese Namen, die aus dem „Herrn der Ringe“ oder einem orientalischen Märchen stammen könnten, gehören armen Bauern aus dem Norden Bangladeshs, die sich alljährlich zu Zehntausenden in den Abwrackwerften bei Chittagong als billige Arbeitskräfte verdingen und dort in einen Kreislauf aus Ausbeutung und Abhängigkeit geraten. Der Regisseur folgt ihnen ins Innere der ausgemusterten Schiffe und beobachtet sie beim Schweißen, Zerlegen und Schleppen mannshoher Schiffswände. Die Namen werden im Film oft genannt, die Arbeiter gezeigt – dennoch ist „Eisenfresser“ keine Dokumentation, die die Ausbeutung der Männer anhand ihrer Einzelschicksale auslotet. Stattdessen entsteht anhand minutiös beobachteter Vorgänge auf der Baustelle das Bild einer von körperlicher Schwerstarbeit und miserablen Bedingungen geprägten Arbeitslandschaft.
„Die Früchte unseres Meeres sind heute die alten Schiffe aus dem Westen“, heißt es im Film. Eines dieser Schiffe, das am Rand des Ozeans wie ein aufgebogener Tulpenkopf aus dem Wasser ragt, taucht im Verlauf des Films immer wieder auf. Es tut weh, den Ozeanriesen, der an längst vergangene Zeiten erinnert, auseinander brechen zu sehen. Das Schiff prägt sich ebenso ein wie der von Chemikalien verseuchte Strand der am Golf von Bengalen gelegenen Großbaustelle. Es gehört zu den Stärken des Films, neben dem Geschäft mit der Abwrackung das Bild einer von der Industrie geschundenen Landschaft zu skizzieren.
Kathleen Prüstel, film.de
- Film.de Bewertung:
- Kritik vom 09.06.2008
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