Trailer:Couscous mit Fisch…, Kinostart: 28. August 2008
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Filminfomationen
Couscous mit Fisch
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Traum-Schiff
Für Slimane (Habib Boufares) ist nach 35 Jahren kein Platz mehr in der Werft – er ist zu langsam und damit unrentabel geworden. Nun möchte er sich seinen Lebenstraum erfüllen, und auf einem Schiff ein Restaurant für arabische Emigranten eröffnen – mit Couscous auf dem Speiseplan.
In Abdellatif Kechiche hat sich in den letzten Jahren eines der interessantesten Regietalente Frankreichs herauskristallisiert. Der gebürtige Tunesier, der im Alter von sechs Jahren mit seiner Familie nach Frankreich auswanderte, hatte neben seinen Regie- und Schauspielengagements am Theater beim Film zunächst als Darsteller reüssiert. Die Finanzierung seines Filmregiedebüts, „Voltaire ist schuld“, nahm geschlagene sieben Jahre in Anspruch. Diesen enervierenden Kampf gegen Windmühlen spürt man nur allzu deutlich in seinem neuen, dritten Film, „Couscous mit Fisch“. Dass sich Beharrlichkeit auszeichnet, konnte Kechiche mittlerweile zur Genüge erfahren. Nach dem Goldenen Löwen von Venedig für seinen Erstling wurden seine Folgewerke mit jeweils vier Césars, den französischen Oscars, ausgezeichnet – beide übrigens auch in der Königskategorie „Bester französischer Film“.
Abdellatif Kechiche hat hier ein überaus komplexes und dennoch bis in die Details stimmiges Familienporträt entworfen, das sich nach und nach zu einem runden Ganzen zusammenfügt. Zunächst wird der Zuschauer in die prekäre Arbeitssituation Slimanes eingeführt, der als altes Eisen sprichwörtlich aus seiner Stelle gemobbt wird. Danach bekommen wir Einblicke in die komplizierte, aber dennoch schnell zu durchschauende Familienstruktur des Protagonisten, der in Scheidung von seiner Frau Souad (Bouraouïa Marzouk) lebt und nun wieder mit einer allein stehenden Mutter angebändelt hat. Nicht nur zwischen den beiden Familien, sondern auch in der Ehe eines Sohnes von Slimane kommt es wiederholt zu offen ausgetragenen Konflikten. Dennoch ist auch eine Herzlichkeit spürbar, die sich im gemeinsamen Zubereiten und Verzehren der Titel gebenden Leckereien manifestiert.
Kechiche hat sein überwiegend aus Laien bestehendes Darstellerensemble auf faszinierende Weise im Griff. Keine Szene, keine Geste gerät theatralisch, jeder einzelne Dialog wirkt dem wahren Leben abgeschaut und uneingeschränkt authentisch. Gefühlsausbrüche gehen dementsprechend stark unter die Haut. Gerade, weil sich Kechiche in seinen Schilderungen sehr viel Zeit nimmt, wird man immer stärker in das Geschehen hineingezogen und die Figuren wachsen einem mehr und mehr ans Herz.
Frank Brenner, film.de Redaktion
- Film.de Bewertung:
- Kritik vom 25.08.2008
Filmplakat
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