Trailer:Warten auf Angelina …, Kinostart: 08. January 2009
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Filminfomationen
Warten auf Angelina
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Seltene Vögel
In einer Dachwohnung in Berlin-Mitte treffen sich Maik (Florian Lukas) und Momme (Kostja Ullmann) – beide warten auf die Ankunft von Brangelina, dem berühmtesten Promipaar der Gegenwart, das in Kürze gegenüber einziehen soll. Maik ist Paparazzo, Momme ein unglücklich verliebter Fan.
Fürs Fernsehen dreht Hans-Christoph Blumenberg seit Jahren perfekte Hochglanzstreifen, die für ein Massenpublikum gedacht sind und möglichst wenige Reibungsflächen bieten sollen. Mit Filmen wie „Deutschlandspiel“, „Der Aufstand“ oder „Die letzte Schlacht“ hat er dabei auch stets großen Erfolg, sowohl beim Zuschauer als auch bei den Kritikern. Blumenbergs Arbeiten fürs Kino sehen indes meist gänzlich anders aus. „Planet der Kannibalen“ war ein experimentelles Schwarzweiß-Werk zwischen Kunst und Trash, in „Beim nächsten Kuß knall ich ihn nieder!“ ließ er auf zynisch-amüsante Weise ein Stück Kinogeschichte wiederauferstehen. „Warten auf Angelina“ reiht sich ein in die ungewöhnlichen Kinowerke eines experimentierfreudigen Filmemachers, wirkt teilweise wie ein improvisierter Studentenfilm, ist aber tatsächlich ein eloquent durchdachter, tiefgründiger Spaß.
Schon allein der Ausgangspunkt der Geschichte bietet genügend Futter für eine aktuelle Medienkritik, die dann im Laufe des Films auch immer wieder aufflackert. Maik ist widerwillig nach Berlin gereist, weil er auf den Dächern eines Hauses Fotos zu schießen beabsichtigt, die ihm Millionen einbringen werden. Die Hollywoodstars Brad Pitt und Angelina Jolie haben ihren Umzug nach Berlin beschlossen – wer immer die ersten Fotos nach ihrem Einzug ins neue Heim verkaufen kann, ist ein gemachter Mann. Auch Momme wird von den beiden Stars in die Hauptstadt gezogen. Als Betreiber einer Fansite möchte er exklusive Fotos schießen und damit das Herz seiner Freundin zurückerobern, die ihn verlassen hat. Beide sind eher halblegal in der leer stehenden Nachbarwohnung eingezogen und werden immer wieder aufs Neue von Frauen überrascht, die ebenfalls in dem Appartement vorbeikommen. Die verschiedenen Konfrontationen bilden die Schmankerl für eine Story, die sich ansonsten fast ausschließlich auf die beiden Männer konzentriert und deswegen eine philosophische, kammerspielartige und natürlich an Beckett angelehnte Qualität entwickelt, wie schon der Titel nahe legt. In den Zwiegesprächen zwischen den beiden Besessenen offenbart sich die Perversion unserer heutigen Medienszene. Es werden darin aber auch Beziehungen und alle möglichen anderen Themen durchexerziert, ohne dass es dem Zuschauer langweilig würde. Das Ergebnis ist ein bei weitem nicht makelloser, aber deswegen umso charmanterer Filmspaß, der den Bogen nur bei einer Nebenrolle (Leslie Malton als vollkommen überzeichnete GEZ-Gebühreneintreiberin) etwas zu sehr überspannt und ansonsten liebenswert und einfallsreich zu unterhalten versteht.
Frank Brenner, film.de Redaktion
- Film.de Bewertung:
- Kritik vom 07.01.2009
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