Filminfomationen
Otto; Or, Up With Dead People
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Schwuler Zombie-Porno
Wer schon einmal einen Film von Bruce LaBruce gesehen hat, kann sich wahrscheinlich nur zu gut vorstellen, was ihn erwartet, wenn das schwule kanadische Regie-Enfant Terrible einen Zombiefilm realisiert! „Otto; Or, Up With Dead People“ entstand wie schon LaBruces Vorgängerfilm „The Raspberry Reich“ in Berlin und wird ebenso wie dieser größtenteils von deutschen Schauspielern auf Englisch interpretiert, was einen Großteil des amateurhaften Gesamteindrucks ausmacht. Alles dreht sich um den gerade aus seinem Grab gestiegenen Untoten Otto (Jey Crisfar), der auf Suche nach Nahrung zufällig über ein Filmteam stolpert, das in Berlin einen schwulen Zombie-Porno dreht. Otto wird vom Fleck weg engagiert, weil seine fantastische „Maske“ ihn geradezu für die Rolle prädestiniert.
Für Bruce LaBruce bietet dieses Thema wieder die Gelegenheit, von seinen Darstellern ein paar propagandistische Parolen vortragen zu lassen und diese immer mal wieder, aber seltener als sonst in seinen Filmen gewohnt, mit pornografischen Einsprengseln zu würzen. Hatte uns der kanadische Filmemacher in „The Raspberry Reich“ noch mit riesigen Laufschriften im Bild und Splitscreens visuell gefordert, tritt bei „Otto“ schon fast das genaue Gegenteil ein. Endlos lange Einstellungen von Zombies, die durch die Nacht streifen, oder immergleiche Konfrontationen mit Menschen, die danach ihre Innereien vor sich herumtragen, können wohl nur noch hartgesottene Fans begeistern. Dem Zombiegenre und auch der Zombieparodie kann LaBruce jedoch kaum neue Ideen hinzufügen. Lediglich die Homosexualität und die damit einhergehenden pornografischen Elemente mögen ein stückweit ein Novum sein - allerdings kaum eines, das auf komplette Spielfilmlänge ausgewalzt werden sollte. Ein Musterbeispiel für konsequent zelebrierten Dilettantismus, das es schwer haben dürfte, ein interessiertes Publikum zu finden.
Frank Brenner, film.de Redaktion
- Film.de Bewertung:
- Kritik vom 15.09.2008
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