Filminfomationen
The Boss of It All
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Playing God
Lars von Trier ist immer wieder für eine Überraschung gut. Nachdem er mit großen Hollywoodstars wie Nicole Kidman und Lauren Bacall die Filmexperimente „Dogville“ und „Manderlay“ gedreht hatte, die einer ganz eigenen, künstlichen Versuchsanordnung folgten, hat er Ende 2006 „The Boss of It All“ realisiert. Auch dieser Film ist ein radikales Experiment, das es schwer haben wird, ein breites Publikum zu finden. Aber die ausgemachten von-Trier-Fans, die seinen eigenwilligen Inszenierungsstil spätestens mit den Dogma-Filmen schätzen gelernt haben, werden sicherlich auch hier königlich unterhalten werden.
Seine erste reine Komödie hat der dänische Ausnahmeregisseur mit dem so genannten Automavision-Verfahren gedreht, bei dem ein Computer die Bildausschnitte nach dem Zufallsprinzip festlegte. So kann es schon mal vorkommen, dass zum Beispiel zwei Schauspieler, die gerade miteinander sprechen, nur angeschnitten oder gar nicht im Bild sind. Das wirkt bewusst dilettantisch und wird noch durch weitere, gezielt gesteuerte Elemente unterstrichen. Bei Schnitten kommt es häufig zu Anschlussfehlern (bei der Szene im Kino beispielsweise wechselt die Farbe der Nase eines Eiscreme-Bären von Einstellung zu Einstellung) oder unschönen Übergängen. Aber all das ist natürlich vom Regisseur ganz bewusst so angelegt, denn es spiegelt in gewisser Weise das Thema von „The Boss of It All“ wider.
Darin wird ein arbeitsloser Schauspieler (Jens Albinus) engagiert, um in einer Firma den ominösen Geschäftsinhaber aus Amerika zu mimen und somit einen Vertragspartner zufrieden zu stellen. Gelenkt wird er dabei vom eigentlichen Boss (Peter Gantzler), der seine wahre Identität den Angestellten in zehn Jahren nie offenbart hatte. Das Spiel mit der Macht, sei es jene über profane Wirtschaftsvorgänge oder das Inszenieren einer Rolle, steht dabei auf gleicher Ebene mit grundlegenden Entscheidungsprozessen und die dahinter steckenden Ideen von Verantwortung und Befugnissen. Ein intellektuelles Glanzstück für ein Publikum, das sich im Kino noch nachzudenken getraut.
Frank Brenner, film.de Redaktion
- Film.de Bewertung:
- Kritik vom 12.01.2009
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