Trailer:Ich habe den englischen König…, Kinostart: 21. August 2008
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Filminfomationen
Ich habe den englischen König bedient
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Nase im Wind
Jan Díte weiß, wie man zu Geld kommt: Einfach Kleingeld unter die Reichen werfen, dann bekommt man Banknoten zurück. Zwischen den Weltkriegen schafft er es so vom Hilfskellner zum Hotelbesitzer, vor allen Dingen auch deswegen, weil er mit den Nazi-Invasoren gemeinsame Sache macht.
In seinem ersten Spielfilm seit zwölf Jahren zeigt der tschechische Altmeister Ji?í Menzel, dass er noch immer weiß, wie man die Zuschauer brillant zu unterhalten versteht. Seine Verfilmung eines bekannten tschechischen Romans von Bohumil Hrabal hält stets gekonnt die Waage zwischen krachernem Slapstickhumor, gerne auch mal bewusst die Stummfilmzeit zitierend (und deswegen stilistisch vergleichbar mit seinem grandiosen „Die wunderbaren Männer mit der Kurbel“), und bitterböser Emporkömmlings- und Opportunisten-Satire. Seinem Helden Jan, der in den verschiedenen Lebensabschnitten gleichermaßen überzeugend von Ivan Barnev und Oldrich Kaiser verkörpert wird, kann man dabei eigentlich kaum böse sein, obwohl sein unkritisches und moralisch fragwürdiges Verhalten Bedenken hervorrufen müsste. Spätestens zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, als er sich mit der deutschen Vorzeige-Nationalsozialistin Líza einlässt, bleibt ein Makel in seinem Verhalten zurück. Líza ist eine ironische Paraderolle für Julia Jentsch, die hier quasi das genaue Gegenstück zu der Rolle spielen darf, die sie international bekannt machte: Sophie Scholl.
Ji?í Menzels Film ist natürlich politisch, aber er nimmt dabei nichts allzu ernst. Das macht vor allem die Sexszene zwischen Jan und Líza deutlich, in der die Nationalsozialistin ihren Blick nicht vom Führerporträt nehmen will und schließlich mittels CGI-Technik sogar selbst zu einer Hitler-Fratze mutiert. Hier zeigt Menzel Mut zum Spott über das Dritte Reich, der den Kapriolen eines Dani Levy („Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler“) noch einen draufsetzt. Vor allen Dingen die erste Hälfte des Films ist eine kurzweilige, freche und durchweg überzeugende Schelmenkomödie, die später etwas mehr Ernst entwickelt, aber bis zum Ende unterhaltsam bleibt. Die Unbeschwertheit, mit der Menzel die Charaktereigenschaften seiner betuchten Landsleute in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bloßstellt und auch das aufstrebende Proletariat sein Fett abbekommen lässt, zeugt von Stilbewusstsein und Komödientiming.
Frank Brenner, film.de Redaktion
- Film.de Bewertung:
- Kritik vom 19.08.2008
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