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Trailer:Lornas Schweigen…, Kinostart: 09. October 2008 TrailerHD

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Stand: 20.10.2008

Lornas Schweigen

Gesamtbewertung:

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Die Gesamtbewertung ergibt sich aus der Durchschnittsbewertung der Community-User.

Green Card

Die Albanerin Lorna (Arta Dobroshi) hat sich durch die Scheinehe mit dem drogenabhängigen Belgier Claudy (Jérémie Renier) eine Green Card besorgt. Nun soll sie eine weitere Scheinehe mit einem Russen eingehen, um diesem die Aufenthaltsgenehmigung einzubringen. Ehemann Nr. 1 steht dabei im Weg.

Die Werke des belgischen Regiebrüder-Duos Dardenne haben einen sehr kargen Look, der die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf das Wesentliche ihrer Filme lenkt. Zumeist handelt es sich dabei um die Schwierigkeit der menschlichen Existenz und des Miteinanders, besonders gerne in sozial benachteiligten Kreisen. Ihr schonungsloser Blick auf das Elend und ihr ernüchternder Inszenierungsstil haben Filme wie „Das Kind“ oder „Der Sohn“ nicht nur zu Festivallieblingen gemacht, sondern ihnen auch Erfolge an den Kinokassen beschert. Arthouse-begeisterte Zuschauer, denen auch Filme wie der stilistisch recht ähnliche „Vier Monate, drei Wochen und zwei Tage“ von Cristian Mungiu gefallen haben, sind auch hier wieder das primär anvisierte Publikum.

Vollkommen unspektakulär vermitteln uns die Regisseure die grausamsten Verschwörungstheorien, die man sich nur ausmalen kann. Kaum haben wir Lorna kennen gelernt und erfahren, dass sie durch Heirat mit Claudy die heiß ersehnte belgische Staatsbürgerschaft erhalten hat, da wird uns durch ein nüchtern eingefangenes Gespräch mit ihrem Komplizen im Taxi zu verstehen gegeben, dass jener belgische Junkie nun mit einer Überdosis aus dem Weg geräumt werden soll, weil ein russischer Kunde schon bereit steht und den langwierigen Prozess einer Scheidung nicht abwarten will. Lorna überkommen dann doch Zweifel und sie versucht mit allen Tricks und Kniffen, noch schnell eine „legale“ Möglichkeit zu finden, um das „Bauernopfer“ zu vermeiden.

Wie man es von den Dardenne-Brüdern gewohnt ist, spielt sich das alles denkbar schnörkellos ab. Insbesondere hochdramatische Momente werden mit solch einer Nebensächlich- und Belanglosigkeit inszeniert, dass es einem im Kinosaal regelrecht die Kehle zuschnürt, wenn man die Tragweite des Geschilderten schließlich erkennt. Die von Arta Dobroshi mit fatalistischer Gelassenheit verkörperte Lorna erinnert dabei an die mit pragmatischer Entschlossenheit vorgehende Otilia alias Anamaria Marinca in Mungius eingangs erwähntem „Vier Monate…“. Beide Protagonistinnen werden durch die Ausweglosigkeit ihres persönlichen Schicksals in Rollen gedrängt, die ihnen zutiefst zuwider sind und denen sie mit all ihrer Raffinesse zu begegnen versuchen, um den Supergau zu verhindern. Jean-Pierre und Luc Dardenne fordern das Mitdenken ihrer Zuschauer ein – Antworten auf die Fragen, die der Film stellt, werden nicht leichtfertig gegeben, so manches bleibt im Dunklen und lose Enden muss das Publikum selbst zusammenknüpfen und an den entscheidenden Stellen durch die eigene Vorstellungskraft komplettieren.

Frank Brenner, film.de Redaktion

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  • Kritik vom 08.10.2008
 
 
 
 

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  • Von spiderweb am 02.02.2010

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