Trailer:Vision - Aus dem Leben der Hil…, Kinostart: 24. September 2009
![]()
Filminfomationen
Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen
Gesamtbewertung:
Die Gesamtbewertung ergibt sich aus der Durchschnittsbewertung der Community-User.
Frau mit Visionen
Auch heute noch ist die im 12. Jahrhundert wirkende Hildegard von Bingen allen, die sich mit Naturheilkunde beschäftigen, ein Begriff. Zumal die Äbtissin selbst für heutige Verhältnisse noch als durchaus moderne und unangepasste Frau durchgeht. Die Filmemacherin Margarete von Trotta hat nun Ausschnitte aus dem Leben der Hildegard von Bingen auf die große Leinwand gebracht. In von Trottas Filmografie finden sich immer wieder Filme, die von starken Frauenfiguren bevölkert werden. Wie schon in „Die bleierne Zeit“ und „Rosa Luxemburg“ kommt es hier nun erneut zu einer Zusammenarbeit mit Barbara Sukowa, die die Rolle der Titelheldin übernommen hat und sie mit Hingabe verkörpert.
Von Trotta zeichnet Hildegard von Bingen als kämpferische und den aufkommenden Wissenschaften gegenüber aufgeschlossene Frau, die auch vor den durchweg männlichen Würdenträgern der Kirche wenig Respekt zeigt, wenn es darum geht, ihre eigenen Ziele zu verwirklichen. So muss sie zuerst einen Kampf darum austragen, dass ihre traumhaften, religiösen Visionen von der Kirche anerkannt und deren Veröffentlichung erlaubt wird. Später dann streitet sie für die Lossagung vom Kloster der Benediktinermönche und für die Gründung ihrer eigenen Glaubensgemeinschaft, was ihr dank großzügiger, adliger Sponsoren auch gelingt. Eine Niederlage muss sie allerdings einstecken, als sie die ihr so ans Herz gewachsene und als potenzielle Nachfolgerin aufgebaute Schwester Ricardis (Hannah Herzsprung) nicht davon abhalten kann, die von Bingensche Nonnen-Gemeinschaft zu verlassen, um selbst Äbtissin eines Klosters zu werden.
Geboten wird hier beschauliches bis theatralisches, jedoch weitestgehend kitschfrei inszeniertes Kostümkino, das eins in jedem Fall leistet: Man bekommt einen guten Einblick, was Hildegard von Bingen, die zu Lebzeiten bereits eine weitaus bekannte und anerkannte Persönlichkeit war, einst ausmachte und was sie bewegte. Und viel mehr kann man von einem Biopic nicht erwarten.
Dirk Lüneberg, Redaktion film.de
- Film.de Bewertung:
- Kritik vom 22.09.2009
Filmplakat
Stichworte
film.de newsletter
Immer ein bisschen schneller als die anderen



Neuen Kommentar schreiben