Nora Ephron gilt als wahres Multitalent: Die New Yorkerin ist Bestsellerautorin, Theater- und Drehbuchschreiberin sowie Filmregisseurin in Personalunion. Ihr haben wir das Drehbuich zu „Harry und Sally“ zu verdanken sowie Komödien wie „Schlaflos in Seattle“ oder „E-M@il für Dich“. In den vergangenen Jahren ließ die Qualität der Ephronschen Filme jedoch stark zu wünschen übrig, wofür „Michael“, „Aufgelegt“ oder zuletzt „Verliebt in eine Hexe“ recht gute Beispiele abgeben. Mit ihrem aktuellen Werk legt sie nun endlich mal wieder eine rundum gelungene Komödie vor.
Äußerst geschickt montiert sie dabei die Geschichten von zwei Köchinnen ineinander. Da wäre einmal Julia Child (Mery Streep), die es als amerikanische Diplomatengattin Anfang der 1950er Jahre nach Frankreich verschlägt. Dort langweilt sie sich schnell in ihrem tristen Hausfrauendasein, beschließt aber, da sie Gefallen an der französischen Küche findet, einen Kochkurs zu belegen. Aus dem anfänglichen Hobby wird schnell eine Leidenschaft, sodass sie zusammen mit zwei Freundinnen ein Kochbuch schreibt, das den Amerikanern die französische Küche nahe bringen soll. Das Werk wird ein voller Erfolg und Julia Childs einer der ersten Stars der derzeit wieder so beliebten TV-Kochsendungen.
50 Jahre später soll Julia Childs Buch auch Julie Powell (Amy Adams) als Inspiration dienen. Die gefrustete und leider auch erfolglose Schriftstellerin beschließt, als Ausgleich zu ihrem öden Telefonhotline-Job alle 524 Rezepte aus Childs Kochbuch nachzukochen und das innerhalb eines Jahres. Mittels eines Internet-Blogs lässt sie die Welt an ihrem einmaligen Kochexperiment teilhaben und entdecket – genau wie Julia Childs – schon bald die Leidenschaft für die Arbeit am Herd, die sich schließlich auch auf den Rest ihres Lebens überträgt.
Äußerst schwungvoll inszeniert Nora Ephron diese Geschichte um zwei Frauen, die in völlig unterschiedlichen Jahrzehnten eine große Passion verbindet. Eine Wucht als Wuchtbrumme Julia Childs ist dabei einmal mehr Meryl Streep, die ihr reales Vorbild in Gestik und Tonfall exakt imitiert, was anfangs etwas seltsam und gekünstelt wirkt, woran man sich jedoch sehr schnell gewöhnt. Daneben wirkt Amy Adams zwar etwas blass, passt aber ebenso perfekt in die Rolle der Schriftstellerin, die an ihrem eigenen Talent zu verzweifeln droht. Eine heitere Komödie über die Lust am Kochen, Essen und Leben, die viel Spaß und vor allem Appetit macht!
Dirk Lüneberg, Redaktion film.de
- Film.de Bewertung:
- Kritik vom 30.08.2009
Neuen Kommentar schreiben